YouGov-Studie

Gebrauchtsoftware hat schlechten Ruf

Obwohl der Europäische Gerichtshof 2012 und der Bundesgerichtshof 2014 abschließend klargestellt haben, dass der Handel und die Nutzung gebrauchter Software legal sind, führt diese immer noch ein stiefkindliches Dasein.

Insgesamt befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov im September 515 Personen im Auftrag der Soft & Cloud AG zum Thema Gebrauchtsoftware. Von den Befragten waren 84 aus dem Bereich Öffentlicher Dienst. Weit über 90 Prozent des Handelsvolumens konzentrieren sich dabei auf das Betriebssystem Windows und das Softwarepaket Office von Microsoft.

Drei Viertel der Befragten gaben an, keine Software auf von Ihnen beruflich genutzten Computern zu nutzen, deren Lizenz sie gebraucht (nicht neu) von einem Erst-Käufer (oder einem Gebraucht-Software- Zwischenhändler) erworben hatten. Im Öffentlichen Dienst beantworteten 65 Prozent diese Frage mit „nein“. So liegt denn auch umgekehrt die Nutzung in Behörden bei 28 Prozent, im privaten Sektor bei 23 Prozent. Da gebrauchte Software nur rund die Hälfte der Neuware kostet, lässt die „deutsche Wirtschaft Sparpotenziale in niedriger dreistelliger Millionenhöhe ungenutzt“, sagt Michael Helms, Vorstand der Soft & Cloud AG.

Trendwende nicht in Sicht

Bei der künftigen Anschaffung gebrauchter Software sieht es ähnlich düster aus: Rund 60 Prozent der Befragten aus dem Öffentlichen Dienst (65 Prozent freie Wirtschaft) wollen „bestimmt nicht“ und „wahrscheinlich nicht“ gebrauchte Software für berufliche genutzte Computer anschaffen. 13 Prozent können es sich immerhin vorstellen und etwa 15 Prozent wollen „wahrscheinlich“ oder „bestimmt“ Gebrauchtsoftware kaufen.

aus eGovernment-Computing vom 09.11.2017