Gebrauchte Software – was ist das?

Der Handel mit gebrauchter Software ist durch EuGH- und BGH-Urteile rechtlich abgesichert und ermöglicht Kosteneinsparungen von bis zu 70 Prozent bei gleicher Qualität. Entscheidend für einen sicheren Kauf sind eine TÜV-Zertifizierung des Anbieters, die Dokumentation des Lizenztransfers und ein transparentes Lizenzverwaltungsportal.

Gebrauchte Software bezeichnet Softwarelizenzen, die bereits von einem Erstkäufer erworben und genutzt wurden und nun weiterverkauft werden. Im Gegensatz zu physischen Gebrauchsgegenständen nutzt sich Software jedoch nicht ab. Eine gebrauchte Lizenz befindet sich immer in einem neuwertigen Zustand und unterscheidet sich funktional nicht von einer Neulizenz direkt vom Hersteller.
Beim Kauf einer gebrauchten Softwarelizenz erwirbt man das Nutzungsrecht, die Software zu verwenden. Dabei erhält man den identischen Leistungsumfang und die gleiche Qualität wie beim Neukauf direkt vom Hersteller.

Warum sollte man gebrauchte Software kaufen?

Die Digitalwirtschaft boomt: Seit Jahren steigen die IT-Budgets kontinuierlich an und der prozentuale Anteil der Ausgaben für Betrieb und Wartung bleibt hoch. Unternehmen investieren immer mehr Geld in die Modernisierung ihrer Systeme. Gleichzeitig wächst der Druck, Kosten zu optimieren und Budgets effizienter einzusetzen.

Gebrauchte Software bietet hier eine kosteneffiziente Lösung: Unternehmen können ihre IT-Infrastruktur auf dem neuesten Stand halten und dabei erheblich sparen.
Viele Unternehmen sind trotz der klar geregelten Rechtslage noch skeptisch, wenn es um den Erwerb und Verkauf gebrauchter Software geht. Diese Unsicherheit ist unbegründet, sofern einige wichtige Aspekte beachtet werden.


Sind der Kauf und Verkauf von gebrauchter Software legal?

Ja, der Kauf und Verkauf gebrauchter Software ist vollkommen legal. Vorausgesetzt, es handelt sich um Originalsoftware, die erstmalig im Europäischen Wirtschaftsraum oder der Europäischen Union in den Verkehr gebracht wurde.


Die rechtlichen Grundlagen

Der Handel mit gebrauchter Software basiert auf zwei wichtigen Gerichtsentscheidungen:

  • EuGH-Urteil vom 3. Juli 2012: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass der Weiterverkauf gebrauchter Softwarelizenzen legal ist. Dieses wegweisende Urteil schuf die rechtliche Grundlage für den gesamten Gebrauchtmarkt in der EU.
  • BGH-Bestätigung vom Juli 2013: Der Bundesgerichtshof bestätigte das EuGH-Urteil und stellte klar, dass auch in Deutschland der Handel mit Gebrauchtsoftware zulässig ist.

Keine Registrierungspflicht

Manche Hersteller verlangen eine Registrierung beim Kauf gebrauchter Software. Doch ist diese Registrierungspflicht bindend? Nein, es besteht keine generelle Registrierungspflicht beim Hersteller für gehandelte Software. Lizenzbestimmungen, die eine Registrierung vorschreiben, sind im Kaufvertrag unwirksam. Eine Registrierungspflicht ist nicht mit dem Erschöpfungsgrundsatz oder der Eigentümerfreiheit vereinbar.


Was sind die Vorteile von gebrauchter Software?

Die Vorteile von gebrauchter Software belaufen sich auf mehrere Aspekte:

  • Kostenersparnis: Bis zu 70% günstiger als Neulizenzen bei identischer Funktionalität
  • Keine Qualitätsunterschiede: Software nutzt sich nicht ab
  • Volle Updateberechtigung: Updateberechtigte Versionen können weiterhin Updates direkt beim Hersteller erhalten
  • Rechtssicherheit: Durch EuGH- und BGH-Urteile abgesichert
  • Schnelle Verfügbarkeit: Sofortige Lieferung bei seriösen Anbietern
  • Auditsicherheit: Mit korrekter Dokumentation bestehen keine Risiken bei Softwareprüfungen
  • Gleicher Installationsprozess: Installation und Aktivierung erfolgen identisch zu Neulizenzen
  • Für alle Unternehmensgrößen: Geeignet für Startups bis hin zu Konzernen
  • Budgetoptimierung: Freigewordenes Kapital kann in Innovation und Wachstum investiert werden

Worauf sollte man beim Kauf gebrauchter Software beachten?

Beim Kauf von gebrauchter Software muss darauf geachtet werden, dass es sich um Originalsoftware handelt, die erstmals im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der EU in den Verkehr gebracht wurde. Sind diese Voraussetzungen geben, ist der Handel gebrauchter Software legal. Dies wurde durch den Europäischen Gerichtshof festgelegt und vom Bundesgerichtshof bestätigt.


Wie lassen sich seriöse Anbieter erkennen?

Ein vertrauenswürdiger Anbieter für gebrauchte Software zeichnet sich durch verschiedene Merkmale aus:

  • Vollständige Dokumentation: Ein seriöser Anbieter dokumentiert den gesamten Lizenztransfer, überprüft die Herkunft der Lizenzen und verfolgt den Transfer von einem Besitzer zum nächsten lückenlos.
  • Individuelle Lizenzberatung: Durch eine Analyse des individuellen Lizenzbedarfs lassen sich Über- oder Unterlizenzierungen vermeiden. Das spart nicht nur Geld, sondern minimiert auch rechtliche Risiken im Falle eines Audits.
  • Lizenzverwaltungsportal: Ein gesichertes Portal zur Verwaltung aller Lizenzen, Dokumente und Downloads sorgt für Transparenz und erleichtert die Archivierung erheblich.
  • Garantierte Verfügbarkeit: Vorsicht vor Anbietern, die Produkte bewerben, die nicht auf Lager sind. Seriöse Händler garantieren die Verfügbarkeit und ermöglichen schnelle Lieferungen.

Welche Dokumente müssen beim Kauf von gebrauchter Software vorhanden sein?

Beim Kauf gebrauchter Software sollten Käufer folgende Dokumente erhalten:

  • Rechnung und Lieferschein
  • EuGH-Konformitätszertifikat mit Bestätigung über die erfüllten Voraussetzungen des ordentlichen Wiederverkaufs
  • TÜV-Zertifikat als Nachweis des sicheren Lizenztransfers
  • Installations- und Aktivierungsanleitungen
  • Zugang zum Lizenzverwaltungsportal

Wie lässt sich die Gültigkeit der Lizenz sicherstellen?

Die Gültigkeit einer Lizenz wird durch mehrere Faktoren sichergestellt:

  • Lückenlose Rechtekette: Ein seriöser Anbieter kann die gesamte Herkunftskette der Lizenz nachweisen – vom Erstkäufer bis zum aktuellen Käufer.
  • TÜV-Zertifikat: Dieses Zertifikat bestätigt, dass der Anbieter geprüfte Prozesse für sichere Lizenztransfers hat.
  • EuGH-Konformitätszertifikat: Dokumentiert, dass der Verkauf allen rechtlichen Anforderungen entspricht.
  • Deaktivierung beim Vorbesitzer: Der Verkäufer muss seine Nutzung der Software einstellen und die Lizenz ordnungsgemäß übertragen. Seriöse Händler stellen dies sicher.

Gibt es beim Kauf von gebrauchter Software technische Punkte zu beachten?

Technisch gibt es kaum Unterschiede zwischen gebrauchten und neuen Lizenzen. Da Software kein Gebrauchsgegenstand ist, kann sie auch keine Abnutzungserscheinungen haben. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten.

  • Installation und Aktivierung: Der Installationsprozess von gebrauchten Softwarelizenzen bleibt im Vergleich zu Neulizenzen vollkommen unverändert. Auch die Aktivierung der Software erfolgt auf identische Weise.
  • Kompatibilität: Die Softwareversion sollte mit dem vorhandenen Betriebssystem und der Hardware kompatibel sein. Dies gilt aber gleichermaßen für Neu- und Gebrauchtsoftware.
  • Versionswahl: Verfügbar sind sowohl neueste Versionen als auch Vorgängerversionen – je nach Bedarf und bestehender IT-Infrastruktur.

Wie lassen sich Betrug und Fälschungen beim Kauf von gebrauchter Software vermeiden?

Um Betrug beim Kauf von gebrauchter Software zu vermeiden, sind folgende Punkte relevant:

  • Nur bei zertifizierten Anbietern kaufen: Das TÜV-Zertifikat ist der wichtigste Indikator für Seriosität.
  • Vollständige Dokumentation prüfen: Alle oben genannten Dokumente sollten vorhanden sein. Bei fehlenden Zertifikaten oder Nachweisen, sollte vom Kauf abgesehen werden.
  • Keine dubiosen Angebote: Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meist auch. Seriöse Gebrauchtsoftware ist deutlich günstiger als Neuware, aber nicht kostenlos.
  • Kein Kauf von Lizenzschlüsseln allein: Ein Lizenzschlüssel ist ohne die rechtsgültige Lizenz und entsprechende Dokumentation wertlos.

Besteht Anspruch auf Updates und Support?

Ja, auch mit gebrauchter Software behält man Anspruch auf Updates und Wartung, sofern die erworbenen Versionen updateberechtigt sind. Der Status als gebrauchte Software beeinträchtigt diesen Anspruch nicht. Zweitkäufer können daher ebenso Updates direkt beim Hersteller erwerben.
Auch bei gebrauchten Lizenzen bleiben die After-Sales-Leistungen des Herstellers bestehen, somit auch der Anspruch auf Support.

Für wen lohnt sich der Kauf gebrauchter Software?

Gebrauchte Software ist eine smarte, rechtssichere und kosteneffiziente Lösung für nahezu jedes Unternehmen. Sie lohnt sich besonders für:

  • Startups und KMUs mit begrenzten IT-Budgets, die dennoch professionelle Software benötigen.
  • Wachsende Unternehmen, die ihre Lizenzen flexibel erweitern möchten, ohne das Budget zu sprengen.
  • Etablierte Firmen, die ihre IT-Kosten optimieren und freigewordenes Kapital anders investieren möchten.
  • Öffentliche Einrichtungen, die vergaberechtlich zu Wirtschaftlichkeit verpflichtet sind.

Wichtig: Die Wahl eines zertifizierten Anbieters mit TÜV-Siegel, vollständiger Dokumentation und einem Lizenzverwaltungsportal ist entscheidend. So lassen sich alle Vorteile ohne rechtliche Risiken nutzen.

Sie planen einen Umstieg oder möchten Ihre vorhandenen Lizenzen prüfen lassen. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt. Nutzen Sie dafür gern unser Kontaktformular.

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